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Spiel des Lebens

Weißt du noch

Wie früher ein Schuljahr eine Ewigkeit war?

Heute rasen die Jahre vorbei

In der Rushhour des Lebens

Sind wir auf der Überholspur

Ohne Rücksicht auf unsere Energie

Manche Dinge ändern sich nie

Wir sind gefangen in unserer Monotonie

Ich spüre nicht, wie die Zeit vergeht

Bis ich in dein Gesicht seh‘

 

Die ersten grauen Haare

OP-Narben

Furchen auf der Stirn

Ein paar Kilos zu viel

Unsere Eltern werden älter

Wir reden über Karrieren und Gehälter

Du bist verheiratet, sie bekommt ihr erstes Kind

Wir vergleichen ständig

Auf welcher Position im Spiel des Lebens wir sind

Die Kompassnadel dreht sich dahin

Wohin die anderen längst gegangen sind

 

Wir sind besessen von Äußerlichkeiten

Und vergessen die innere Landschaft

Als wäre es egal, was so manche Entscheidung mit uns macht

Fremdbestimmt sind wir bereit uns zu verlieren

Es gibt kein Botox

Um die Falten des Schmerzes zu kaschieren

Aber wir wollen so wie die anderen

Über den Catwalk des Lebens marschieren

Ohne Makel, ohne Schwächen

Bloß nicht anecken

Woher kommen diese Erwartungen?

Ich habe Angst, dass ich unter ihnen zerbreche

 

Der Wecker klingelt

Aber ich will mich nicht zufriedengeben

Die Bahn fährt heute ohne mich

Irgendetwas stimmt nicht mit meinem Kompass

Geh schon mal vor, ich finde dich

Bis dahin bleibe ich still

Und mache mich auf die Suche in mir

 

Nach dem, was ich eigentlich will

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