Kurzgeschichte

Kurzgeschichte · 15. April 2021
Hey Champ, wir haben uns lange nicht mehr gesprochen. Du scheinst viel beschäftigt zu sein im Moment. Es ist schade, dass du keine Zeit mehr für einen Kaffee morgens hast. Für mich beginnt die Arbeit so immer ganz gut, wenn ich dir von meinem Wochenende erzählen kann. Wir haben jetzt am Samstag eine Fahrradtour mit der ganzen Familie gemacht. Das war vielleicht anstrengend mit den Kleinen, aber es war eine gute Ablenkung, nachdem ich vorher noch zwei Präsentationen fertig gemacht habe ...
Kurzgeschichte · 04. März 2021
Beim Weg nach oben in die Wohnung waren sie einem Nachbarn aufgefallen. Keinem, der Rebecca noch von früher kannte und wüsste, wen er an ihrer Seite zu erwarten hatte. Aber einem, der sehr wohl wusste, dass die Wohnung im zweiten Stock leer stand und er die beiden noch nie im Haus gesehen hatte. Unten auf der Straße blickte er die Fassade empor. Die Rollläden vor den Fenstern im zweiten Stock wurden nicht hochgezogen. Der Nachbar begnügte sich damit, dass sie jemanden besuchten. Doch er irrte.
Kurzgeschichte · 04. Februar 2021
Die Reporter und Fotografen, die am Friedhofseingang warteten, würden sich jeden Gast der Trauerfeier schnappen und zum Verhalten von Schachgroßmeister Frederick von Hauenstein ausfragen. Er witterte bereits die Schlagzeilen über seinen letzten, finalen Zug. Der König stand verlassen und schutzlos vor ihm. Kein hinterhältiger Läufer mehr, kein nerviger Springer, kein solider Turm, keine mächtige Dame konnte ihn noch beschützen. Es gab noch nicht mal mehr den Hoffnungsschimmer des letzten Bauern.
Kurzgeschichte · 08. Januar 2021
Heute sitzt er in einem anderen Mietwagen als in den letzten Tagen. Von der anderen Straßenseite beobachtet er wie du losfährst und keinen Blick in seine Richtung wirfst. Das tust du nie. Und noch reicht ihm das. Noch braucht er keine Reaktion von dir. Er erlebt all das in seiner Fantasie, wo du seine wildesten Vorstellungen erfüllst. Solange, bis es ihn nicht mehr kitzelt und er den nächsten Schritt unternehmen muss. Aber wie lange noch? ...
Kurzgeschichte · 03. Januar 2021
„Schau mal, da ist Onkel Mikeys Kappe“, krakelte Mia auf Jessicas Schoß. Mit ihren Augen folgte sie den Fingern ihrer Tochter. Sie zeigte auf den Fernseher. Dort wo die Kappe des Verdächtigen vergrößert aus dem Video der Überwachungskamera zu sehen war. Das Logo eines Teams war darauf, wie auf einer Kappe ihres Bruders. Sie wollte Mike rufen, damit er sich das ansah, als ein weiterer Ausschnitt vergrößert wurde, die eine schlangenförmige Tätowierung am rechten Hals des Verdächtigen zeigte ...
Kurzgeschichte · 24. Dezember 2020
Mary hörte ihre gedrückten Stimmen, als sie sich mit frischem Glühwein der Wohnzimmertür näherte. „Mir macht das schon ein wenig Angst. Da läuft jemand draußen rum, der als Weihnachtsmann verkleidet in Häuser einbricht und sogar Menschen tötet. Wir haben den ganzen Dezember über Weihnachtsmarkt in dieser Stadt. Wie viele Weihnachtsmänner sind wohl gerade da draußen zu finden?“ „Liebling, beruhig dich.“ „Dass dieser Psychopath immer in die am weihnachtlichsten geschmückten Häuser einbricht ..."
Kurzgeschichte · 20. Dezember 2020
Auf der Landstraße würde er den Wagen abhängen, vor der Brücke noch. Er gab Vollgas, doch der Wagen kam immer näher. Er dachte an die Luxuskarre, die er im Parkhaus gesehen hatte und Panik überkam ihn, als ihm klar wurde, dass er gegen diese PS keine Chance hatte. Der Wagen schloss auf und fuhr auf der Gegenspur neben ihm. Er blickte rüber in ihr Grinsen. Sie winkte, ehe sie das Lenkrad in seine Richtung riss und ihn rammte. Wenige Meter vor Beginn der Brücke bretterte er die Felsen runter.
Kurzgeschichte · 10. Dezember 2020
Wenn du den Mund aufmachst, möchte ich mir die Ohren verätzen. Wie sind wir nur an diesen Punkt gekommen? Es gab eine Zeit, da hätte ich mir nie vorstellen können, deine gesunden Riegel, deine vegetarische Wurst und deine Säfte mit Absicht im Supermarkt zu vergessen. Jetzt freue ich mich zu sehen, wie du dich aufregst.
Kurzgeschichte · 06. Dezember 2020
Niemand darf mein Motiv kennen, also höre ich auf von dir zu reden. Ich zeige keine Wut mehr, keine Rachegedanken und das fällt mir leicht, denn je mehr ich darüber nachdenke, wie ich dich töten kann, desto besser geht es mir. Und heute ist es soweit. Es ist Jagdsaison und in dem Waldstück direkt an deinem Grundstück hallen Schüsse. Ich sehe dich auf deiner Terrasse sitzen, das Glas Rotwein in deiner Hand. Durch das Visier meines Gewehrs sehe ich dich rauchen.
Kurzgeschichte · 26. November 2020
Das Handy zwischen Ohr und Schulter geklemmt, hängte er den Bügel mit seinem Hemd vor den Telefonieren verboten Aufkleber. „Nein, ich bin bei der Massage, nicht bei Jenny und damit die mir die Verspannungen wegkneten können, muss mein verdammter Rücken frei sein. … Für die Kohle, die die hier für eine Stunde nehmen, will ich hoffen, die kümmern sich besser um mich als Jenny. [...]" Doch die Massage verläuft anders, als er sich das erhofft hat ...

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