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Heldinnen

Die weißen Lilien verströmen ihrem Duft im ganzen Raum. Die Pullover riechen noch nach ihr, nach ihrem Waschmittel. Es herrscht Chaos, um mich herum und in mir. Und in meinem Kopf sind all diese Geschichten.

Ihre Geschichten.

Wir alle haben unsere Geschichten. Einen Teil davon erzählen wir selbst, einen anderen Teil erzählen andere. Ich bin dankbar, dass ich in ihren Geschichten vorkommen darf, dass ich in ihren Geschichten eine Hauptrolle habe. Schließlich fließt ihr Blut in meinen Adern.

Sie waren die stärksten Frauen, die ich kenne. Gott gibt den Stärksten die schwersten Aufgaben. Und sie haben jede angenommen, sie haben sich immer gestellt. Sie haben dem Schicksal die Stirn geboten, als es auf sie eingeprügelt hat, sie haben auf sich allein gestellt gekämpft, sie haben Krankheiten überwunden. Nur sich selbst konnten sie nicht besiegen.

Sie haben nicht immer das „Richtige“ getan, aber sie haben immer getan, was sie für richtig hielten, was sie für das Beste hielten. Sie haben sich nicht reinreden lassen. Starke Frauen warten nicht auf Erlaubnis, ihren Willen durchzusetzen. Ihr Mut, ihre Intelligenz, ihre Haltung und ihre Leben werden mir für immer ein Vorbild und ein Wegweiser sein. Auf eine seltsame Art fühle ich mich allein und weiß dennoch, dass ich dafür bereit bin. Ich bin bereit, aus ihren Fehlern zu lernen und die Geschichte weiterzuschreiben. Sie haben mir alles gegeben, was ich dafür brauche. Schließlich waren sie Kämpfernaturen, Naturgewalten, und sie werden es noch sein, wo auch immer sie jetzt sind. Sie sind jetzt wieder vereint. Ich kann mir keine besseren Verbündeten vorstellen. Mögen sie mir weiterhin alles mitgeben, was ich brauche.

Ich bin dankbar, für all ihre Geschichten. Für die Zeit, die wir gemeinsam hatten und die Geschichten, die wir geteilt haben.

Elizabeth und Julia erzählen noch immer ihre Geschichten. Wort für Wort, Satz für Satz, Buch für Buch. So unterschiedlich wie sie sind, eint sie die Liebe zum Schreiben, so unterschiedlich sie sind, vereinen sie die zwei Herzen in meiner Brust. Die analytische, disziplinierte Seite, kopflastig und akkurat. Härter zu mir selbst als zu jedem anderen. Die rationale Seite. Die Stimme, die sich in mir erheben will, um die Welt anzuklagen. Die Seite, die den Stift als Waffe benutzen will. Ich bewundere Elizabeth für all das. Ich will erreichen, was sie erreicht hat und noch mehr. Sie hat sich einen Pfad geschlagen, sie hat Fußabdrücke hinterlassen.

Ohne Julia würde ich diese andere Seite in mir vernachlässigen. Julia lehrt mich, gut zu mir selbst zu sein, meine Kunst und mich zu pflegen, mich nicht als Maschine zu sehen. Sie zeigt mir meine Spiritualität, erinnert mich an das, was ich weiß, aber tief in mir begraben habe. Sie hat mir wieder Hoffnung und Glauben gegeben. Sie hat mich wieder gelehrt, auf mein Herz und meine Leidenschaft zu vertrauen. Dank ihr, denke ich beim Schreiben zuerst an mich. Elizabeth und Julia sind Lehrerinnen, Mentorinnen. Sie geben mir Werkzeug an die Hand, mit denen ich meinen eigenen Weg gehen kann. Ihre Leben inspirieren mich.

Patricia hat ihre Geschichte festgehalten in unzähligen Notizbüchern neben ihrer Arbeit. Sie wird heute von Fremden interpretiert und erzählt. Es ist eine besondere Geschichte, in der ich mich manchmal mit Schrecken wiedererkenne. Patricia war nicht immer heldenhaft. Aber sie hatte den Mut zu sich selbst zu stehen. Ich fühle, was sie geschrieben hat. Sie hat meine universelle Sprache gesprochen. Sie war die erste, die der Liebe eine Geschichte gab. Die großartigste Liebesgeschichte der Welt. Auch wenn sie selbst diese Geschichte nie fand. Ich will beides.

Je mehr ich schreibe, desto mehr Namen und Geschichten von meinen Heldinnen kommen mir in den Sinn. Manche sind so groß, andere sind so klein. Aber sie alle haben mich etwas gelehrt. Sie alle beweisen mit ihren Leben und Handlungen, dass wir nicht perfekt sein müssen. Wir brauchen nicht den perfekten Start, wir dürfen Fehler machen, „falsch“ sein, Schlimmes erlebt haben. Wir können widersprüchlich sein. Nichts von diesen Etiketten bestimmt, zu was wir fähig sind, was wir erreichen können, was ein Leben ausmacht. Wie stark wir wirklich sind.

All diese Frauen sind wie Scheinwerfer in der Nacht und Wegweiser an großen Kreuzungen. Ihr habt mir gezeigt was möglich ist. Was Liebe ist. Ihr seid ein Teil meiner Geschichte. Ein der Säulen auf denen mein Leben steht. Ich hoffe, dass ich ein Teil eurer Geschichte bin.

 

 

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