Essay · 21. Januar 2021
No Days off. Wir sind alle keine Maschinen, wir haben so viele Verpflichtungen, irgendwann müssen wir doch mal die Füße hochlegen. Eine Pause machen, regenerieren. Wir nehmen Urlaub von der Arbeit, trainieren ein paar Tage nicht, kriegen den Kopf frei. Wer arbeitet schon an Feiertagen wie Weihnachten? Außerdem können wir krank werden. Es ist vollkommen unmöglich, jeden Tag an etwas zu arbeiten, selbst wenn wir es wirklich wollen. Und doch machen es einige ...
Kurzgeschichte · 08. Januar 2021
Heute sitzt er in einem anderen Mietwagen als in den letzten Tagen. Von der anderen Straßenseite beobachtet er wie du losfährst und keinen Blick in seine Richtung wirfst. Das tust du nie. Und noch reicht ihm das. Noch braucht er keine Reaktion von dir. Er erlebt all das in seiner Fantasie, wo du seine wildesten Vorstellungen erfüllst. Solange, bis es ihn nicht mehr kitzelt und er den nächsten Schritt unternehmen muss. Aber wie lange noch? ...
Kurzgeschichte · 03. Januar 2021
„Schau mal, da ist Onkel Mikeys Kappe“, krakelte Mia auf Jessicas Schoß. Mit ihren Augen folgte sie den Fingern ihrer Tochter. Sie zeigte auf den Fernseher. Dort wo die Kappe des Verdächtigen vergrößert aus dem Video der Überwachungskamera zu sehen war. Das Logo eines Teams war darauf, wie auf einer Kappe ihres Bruders. Sie wollte Mike rufen, damit er sich das ansah, als ein weiterer Ausschnitt vergrößert wurde, die eine schlangenförmige Tätowierung am rechten Hals des Verdächtigen zeigte ...
Kurzgeschichte · 24. Dezember 2020
Mary hörte ihre gedrückten Stimmen, als sie sich mit frischem Glühwein der Wohnzimmertür näherte. „Mir macht das schon ein wenig Angst. Da läuft jemand draußen rum, der als Weihnachtsmann verkleidet in Häuser einbricht und sogar Menschen tötet. Wir haben den ganzen Dezember über Weihnachtsmarkt in dieser Stadt. Wie viele Weihnachtsmänner sind wohl gerade da draußen zu finden?“ „Liebling, beruhig dich.“ „Dass dieser Psychopath immer in die am weihnachtlichsten geschmückten Häuser einbricht ..."
Kurzgeschichte · 20. Dezember 2020
Auf der Landstraße würde er den Wagen abhängen, vor der Brücke noch. Er gab Vollgas, doch der Wagen kam immer näher. Er dachte an die Luxuskarre, die er im Parkhaus gesehen hatte und Panik überkam ihn, als ihm klar wurde, dass er gegen diese PS keine Chance hatte. Der Wagen schloss auf und fuhr auf der Gegenspur neben ihm. Er blickte rüber in ihr Grinsen. Sie winkte, ehe sie das Lenkrad in seine Richtung riss und ihn rammte. Wenige Meter vor Beginn der Brücke bretterte er die Felsen runter.
Kurzgeschichte · 10. Dezember 2020
Wenn du den Mund aufmachst, möchte ich mir die Ohren verätzen. Wie sind wir nur an diesen Punkt gekommen? Es gab eine Zeit, da hätte ich mir nie vorstellen können, deine gesunden Riegel, deine vegetarische Wurst und deine Säfte mit Absicht im Supermarkt zu vergessen. Jetzt freue ich mich zu sehen, wie du dich aufregst.
Kurzgeschichte · 06. Dezember 2020
Niemand darf mein Motiv kennen, also höre ich auf von dir zu reden. Ich zeige keine Wut mehr, keine Rachegedanken und das fällt mir leicht, denn je mehr ich darüber nachdenke, wie ich dich töten kann, desto besser geht es mir. Und heute ist es soweit. Es ist Jagdsaison und in dem Waldstück direkt an deinem Grundstück hallen Schüsse. Ich sehe dich auf deiner Terrasse sitzen, das Glas Rotwein in deiner Hand. Durch das Visier meines Gewehrs sehe ich dich rauchen.
Kurzgeschichte · 26. November 2020
Das Handy zwischen Ohr und Schulter geklemmt, hängte er den Bügel mit seinem Hemd vor den Telefonieren verboten Aufkleber. „Nein, ich bin bei der Massage, nicht bei Jenny und damit die mir die Verspannungen wegkneten können, muss mein verdammter Rücken frei sein. … Für die Kohle, die die hier für eine Stunde nehmen, will ich hoffen, die kümmern sich besser um mich als Jenny. [...]" Doch die Massage verläuft anders, als er sich das erhofft hat ...
Rezepte · 22. November 2020
Hierfür bevorzugt jeder sein eigenes Rezept. Vom frenetischen Listenmachen bis hin zum Ignorieren des Problems, bis der Topf überläuft und der Geschmack nicht mehr zu retten ist, gibt es alle Ausprägungen. In der Regel sind mal mehr, mal weniger Liter Mut nötig, einige Esslöffel an Zuversicht und je nach Gewicht der Entscheidungen auch eine Prise Verrücktheit ...
Essay · 12. November 2020
Roger Bannister war der erste Mann, der in den Fünfzigerjahren die Meile in unter vier Minuten lief, etwas das damals als unmöglich galt. Vor ihm schaffte es niemand. Nach ihm folgten unzählige, weil plötzlich alle daran glaubten, weil sie es plötzlich alle sehen konnten. Das ist der sogenannte Roger Bannister Effekt.

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